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Billiges Rindfleisch aus Brasilien

Auszug aus der Einleitung:

Aus Brasilien importiertes Rindfleisch mag vielleicht gut schmecken und preislich günstig sein. In letzter Zeit häufen sich jedoch triftige Argumente, die das Verhängen eines Importverbots für brasilanisches Rindfleisch in die EU als angebracht erscheinen lassen. Trotz eines heute bestehenden Einfuhrzolles von 176%, droht aus Brasilien importiertes Rindfleisch die Lebensgrundlage europäischer Rindzüchter, namentlich in Irland, Schottland, Wales und Italien, zu untergraben.

Brasilianisches Rindfleisch birgt auch eine Reihe von Risiken für europäische Konsumenten: Vom Einsatz in der EU verbotener Hormone über Mängel in der Rückverfolgbarkeit bis hin zu unzureichenden veterinär-hygienischen Sicherheitsmassnahmen. Obwohl es Brasilien bis heute nicht gelungen ist, die Maul- und Klauenseuche vollständig auszutilgen, darf das Land weiterhin Rindfleisch nach Europa exportieren. Auf der anderen Seite sehen sich europäische Rindzüchter, falls sie von derselben Seuche heimgesucht werden, mit Einbussen in  Millionenhöhe konfrontiert.

Ebenfalls müssen im Zusammenhang mit brasilianischem Rindfleisch Umwelt- und Menschenrechtsfragen berücksichtigt werden. Um den ausgedehnten Rinderherden Platz zu verschaffen, wird brasilianischer Regenwald gerodet. Diese Brandrodungen werden von Sklavenarbeitern ausgeführt, die unter unmenschlichen Bedinungen leben und oft Gewalttaten zum Opfer fallen.

Die Rindfleischdebatte hat zu einer Spaltung geführt zwischen dem Europäischen Parlament einerseits, das ein Importverbot befürwortet, und der Europäischen Kommission andererseits, welche die schwerwiegenden Mängel in der brasilianischen Rindfleischproduktion zwar anerkennt, ein Importverbot jedoch als verfrüht und ungerechtfertigt erachtet.

 

Published:
2007
Number of Pages:
6
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